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  • „Gegen einen Freund spielen ist doof“ | Park-Tennisclub Grünstadt e.V.

    19 Jul 2016
    TALENTSCHUPPEN: Finn Gerstner und Louis Helf sind die Nachwuchshoffnung des PTC Grünstadt

    GRÜNSTADT. „Gegen einen Freund zu spielen, ist doof“, stellt Finn Gerstner fest. Der Neunjährige musste bei den diesjährigen Jugendpfalzmeister- schaften gegen den gleichaltrigen Louis Helf antreten und wurde Meister (wir berichteten). Demzufolge wurde Louis „nur“ Vize. Die beiden Mitglieder des Park-Tennis-Clubs (PTC) Grünstadt gehören zu den landesweit besten Nachwuchsspielern und werden im Leistungsstützpunkt in Ludwigshafen im Rheinland-Pfalz-Kader gefördert.

    Einschließlich ihres Trainings im Stadtpark schwingen die Grundschüler viermal pro Woche den Schläger. Als sie anfingen – der Sausenheimer Finn mit fünf und Louis, der aus Bockenheim stammt, sogar schon mit vier – waren die Schläger entsprechend klein. „Sie durchliefen bei uns die Heidelberger Ballschule“, erinnert sich Coach Marc Brinkmann. Dabei handelt es sich um ein kindgerechtes Förderprogramm auf der Grundlage sportwissenschaftlicher Erkenntnisse. In der Ballschule wird spielerisch, unter Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes, ein breites Fundament an Basiskompetenzen gelegt.

    Das ist offensichtlich gelungen. Brinkmann bescheinigt Finn und Louis gleichermaßen ein ausgezeichnetes Ballgefühl und eine ausgeprägte natürliche Koordination. „Vor allem sind sie mit viel Spaß dabei“, sagt er. Der mehrfache Deutsche und Europameister Robert Eisele, der die beiden seit vergangenem Sommer trainiert, schlägt in dieselbe Kerbe: „Sie sind koordinativ auffallend gut und haben auch den richtigen Abstand zum Ball. Daran merkt man, dass sie nicht nur Tennis spielen.“ Finn ist aktiver Fußballer, Louis hat zumindest mal gekickt.

    Am Tag des Treffens mit der RHEIN- PFALZ steht wieder eine Übungsstunde mit Eisele an. Zunächst laufen sich die zwei rund um den Platz warm, dann gibt es zehn Bälle zum Einspielen. „Vorhand – zur Mitte – Rückhand – zur Mitte“, gibt der Fördertrainer mit dem 44-jährigen Erfahrungsschatz auf dem Platz die erste Übung vor, die seine vier Schüler – neben Finn und Louis auch Ole und Julian – absolvieren sollen. „Dem Ball frühzeitig entgegen- laufen, kontrolliert und fest schlagen“, mahnt der Coach, der bei den Herren 50 in der Regionalliga Landau spielt.

    Was ihnen gerade an diesem Sport so gefällt, dass sie ihn sogar im Fernsehen verfolgen, können die beiden Talente nicht erklären. Louis’ Mutter Sabine Helf sagt, dass ihr Sohn dem Papa nacheifert. Finn ist mit Tennis quasi aufgewachsen. „Er war von Anfang an mit auf dem Platz, wenn der Vater und der große Bruder gespielt haben“, erzählt Mama Sonja Gerstner. Sorge, dass ihre Kinder die Körper zu stark einseitig belasten, haben die Mütter nicht. „Sie trainieren die Muskulatur ausreichend und umfassend; da passiert nichts“, ist Gerstner überzeugt.

    Für die Touren zum Landesleistungsstützpunkt bilden die zwei Familien Fahrgemeinschaften. „Teilweise springt auch der Opa mit ein“, sagt Helf. Dieser Einsatz wird aber nicht erbracht, weil man die eigenen Sprösslinge als Sieger sehen will, wie die beiden versichern. Vielmehr sollten die Söhne eine solide Ausbildung genießen.

    „Zu spät ausgeholt“, hört man Eisele kritisch anmerken. Immer schneller wirft er seinen Schützlingen die Bälle zu, die sie nach jeder Übung wieder einsammeln und in einen Einkaufswagen werfen müssen. Der Trainer ermahnt seine Schüler, sich keine falschen Bewegungsabläufe anzugewöhnen. „Das kriegt man später ganz schwer wieder raus“, so der 50-Jährige, bevor es abschließend an die Aufschlag-Übungen geht.

    Finn und Louis nahmen laut Brinkmann an den Medenrunden U10 und U12 teil. Der nächste große Wettkampf steht bei der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft U12 in Detmold an. „Inoffiziell“ nenne sich dieses Jüngsten-Tennisturnier Ende Juli, weil eine richtige DM erst für Sportler ab 13 Jahren offen sei. „Das ist auch gut so“, findet Brinkmann mit Blick auf die dann notwendige Befreiung von der Schule und die weiten Anfahrtswege zu den Turnieren. Da waren die Pfalzmeisterschaften der Jugend in Mutterstadt, Schifferstadt und Limburgerhof noch relativ nah dran. Weil Finn und Louis auch im Ergebnis so nah beieinander waren, hätten sich die Mütter ei- ne Neuregelung gewünscht – ein Unentschieden.

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    Rheinpfalz

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