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  • Mit kräftiger Schlaghand und Strahlen im Gesicht | Park-Tennisclub Grünstadt e.V.

    15 Apr 2019
    Beim PTC Grünstadt trainieren sechs junge Menschen mit Down-Syndrom – Verein unterstützt die Jugendspieler auch finanziell
    GRÜNSTADT. David strahlt. Erneut ist es dem 14-Jährigen gelungen, einen Tennisball mit dem umgedrehten roten Kegel aufzufangen, den er mit beiden Händen ordentlich festhält. Auch die achtjährige Johanna freut sich. Gerade hat sie einen Ball mit dem Schläger weit nach vorn katapultiert. Die beiden gehören zu einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom, die sich „Athleten“ nennt und regelmäßig beim Park-Tennisclub (PTC) Grünstadt trainiert.

    „Das läuft jetzt seit Oktober einmal in der Woche“, berichtet der hauptamtliche Trainer Marc Brinkmann, der ebenso fröhlich schaut wie seine Schützlinge. „Das macht auch wirklich Spaß“, sagt er. Von den „Athleten“ fehle nur äußerst selten jemand – und meist seien sie sehr gut drauf. Schon ab Mai 2018 hatte der Coach einzelne Übungsstunden für Menschen mit geistigen Behinderungen angeboten. Der 16-jährige Nils hat von Anfang an mitgemacht. Ihm gefalle das sehr gut, versichert er und schlägt einen Ball in hohem Bogen über das Netz.„Wie stehen die Füße?“, erinnert Brinkmann die kleine Johanna daran, ihre Körperhaltung zu korrigieren. Einer nach dem anderen übt den richtigen Bewegungsablauf bei der Vor- und Rückhand. Jetzt ist Justus an der Reihe, dann Judith. Ganz sanft wirft Brinkmann den Jungen und Mädchen die Bälle zu. Voll konzentriert versuchen sie, diese zurückzuspielen. Manchmal klappt das nicht so ganz. Der Boden ist bald übersät mit gelb-orangefarbenen Tennisbällen.

    Max hat Kraft in seiner Schlaghand. Dem 14-Jährigen ist es zu verdanken, dass es die „Athleten“ gibt. „Max hat mit seiner Familie an unserem Ostercamp auf Djerba im vergangenen Jahr teilgenommen und Interesse am Tennis gezeigt“, erzählt der Trainer. Man habe dann ein Spiel arrangiert, das Max gewonnen habe und ihm eine Sporttasche als Gewinn überreicht. Nach der Rückkehr seien in unregelmäßigen Abständen fünf Übungseinheiten für Kinder und Jugendliche mit Handicap gelaufen. Zunächst waren es acht, dabei geblieben sind sechs. Max’ Mutter Sabine Helf hatte die Schüler zusammengetrommelt.

    Die betroffenen Eltern aus der Region kennen sich, wie die Bockenheimerin erläutert. Sie und ihre Tochter betreiben Tennis als Breitensport, der kleine Bruder und der Papa spielen Medenrunde. In Djerba war auch Sohn Max dabei. Bislang ist er in Behindertensportvereinen aktiv – im Fußball und Turnen. „Bei der Jugendarbeit in Regelvereinen haben wir die Erfahrung gemacht, dass die sehr leistungsorientiert ist. Je älter die Kinder werden, desto weiter geht die Schere aber auseinander“, sagt Helf.

    Beim PTC stehen die „Athleten“, die aus Grünstadt, der Verbandsgemeinde Leiningerland und aus Rockenhausen stammen, nicht unter Druck. Jeder macht so gut mit, wie er eben kann. Jetzt wird die Koordination geübt: Brinkmann wirft den Kindern und Jugendlichen Bälle zu, mal dicht über dem Boden, mal höher. Die Schüler müssen den fliegenden Kugeln ausweichen, mal hüpfend, mal duckend. Das ist Justus’ Lieblingsübung, wie zu hören ist.

    „Mir war es wichtig, dass die Eltern für das Training nicht extra bezahlen müssen“, erzählt Brinkmann. Er habe das mit dem Vereinsvorstand besprochen und man sei überein gekommen, dass lediglich ein Mitgliedsbeitrag für die Familie zu zahlen sei – aus versicherungstechnischen Gründen. Die Kosten für die Übungsstunden wie beispielsweise Hallenmiete, das Entgelt für den Coach und die Aufwendungen für Material würden komplett vom PTC und Sponsoren übernommen. „Jedem Kind werden rund 300 Euro pro Jahr erlassen“, sagt Brinkmann, der sich über weitere Spenden freuen würde.

    Als abschließend Doppel gespielt werden, wird deutlich, wer eine gewisse Begabung mitbringt. Bei zwei Schülern hat der Trainer Hoffnung, dass sie irgendwann richtige Tennismatches austragen werden. Talente gebe es durchaus auch unter Menschen mit Down-Syndrom, sagt Brinkmann und erzählt von einem Erwachsenen, den er auf dem Inklusionsfest in Speyer kennengelernt habe: „Er spielt in einer Mannschaft – nur das Zählen müssen seine Vereinskameraden für ihn übernehmen.“

    Aritkel als PDF
    Rheinpfalz

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